Die stelzenläufer der Landes

Entdecken

Die ersten Stelzen gab es schon lange Zeit vor dem Pinienwald, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts unter dem Einfluss Napoleons III. angepflanzt wurde.

Les échassiers au 19ème siècle

Zu dieser Zeit war die Region der Landes ein weitreichendes, ebenes Sumpfland, wo hauptsächlich Gräser und Gestrüpp wuchsen.
In dieser Landschaft lebten hauptsächlich Hirten.

Um sich leichter durch den Pflanzenbewuchs fortbewegen zu können und die Füße im Sumpfland trocken zu halten, besonders aber, um die Schafherden über weite Entfernungen hin bewachen zu können, benutzten die Hirten Stelzen. Die ersten Zeugnisse für die Benutzung von Stelzen stammen aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Doch seit wann gibt es sie wirklich?

Wurden sie von den Hirten der Landes erfunden oder wurden sie von Flamen überbracht, die sie schon seit dem Mittelalter benutzten?
Dies sind Fragen, die bis heute noch niemand mit Gewissheit beantworten kann.
 
DIE STELZEN DER LANDES
Die Stelzen bestehen aus zwei hölzernen Teilstücken: der Stelzenstange (die im lokalen Dialekt "escasse" übersetzt "Bein" genannt werden und den Stelzen ihren heutigen Namen "échasse" verliehen haben) dem Pflock (der im lokalen Dialekt "paouse pé" von "repose pied" auf Hochfranzösisch genannt wird), der am Stelzenbein in einer Höhe von zwischen 90 cm und 1 m 20 abgebracht wird.

Der Stelzenläufer bindet die Stelzen mithilfe von 2 Lederschnüren an seinen Beinen fest.

VON FRÜHER BIS HEUTE
Die Benutzung von Stelzen als Arbeitsmittel der Hirten hat sich nach und nach ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts verloren. Durch die wachsende Bewaldung sind die Sümpfe getrocknet und das Weideland der Schafe mitsamt der Schafe und den auf Stelzen laufenden Hirten verschwunden.

Gleichzeitig hat sich jedoch eine Benutzung der Stelzen bei den Hirten für Spiele und Tänze in den umliegenden Dörfern entwickelt.

So ist im Jahre 1889 eine erste Tanzgruppe auf Stelzen von Sylvain DORNON in Arcachon gegründet worden. Ihr erster Tanz war der "Lou Quadrilh dous Tchancats". Heute gibt es zwei Volkstanzgruppen auf Stelzen in Biscarrosse denen es am Herzen liegt, die Stelzentradition im Tanz ihrer Vorfahren fortzuführen und lebendig zu erhalten. Das früher zur Arbeit dienende Stelzenlaufen entwickelt sich zu einer außergewöhnlichen Kunst, die Geschicklichkeit und Leistungsfähigkeit erfordert.

Die Stelzenläufer nehmen an Veranstaltungen wie Tanzvorführungen, Rennen, Marathons usw. teil.